Die kritische Denkmethode

Mit dem Aufkommen des digitalen Zeitalters ist der Zugang zu Informationen sehr einfach geworden. Diese Erleichterung und die schnelle Verbreitung von Informationen führen jedoch zu Verfälschungen. Es ist überaus wichtig, kritisch denken zu können, um sich vor diesen verfälschten Informationen schützen zu können. Um die Richtigkeit von Informationen bewerten zu können sind mehrere grundlegende Fragen zu untersuchen:

1. Was weiß man über die Quelle der Information?
Um die Zuverlässigkeit von Informationen beurteilen zu können, muss zunächst die Informationsquelle ermittelt werden. Ist die Quelle der Informationen ein Bild, ein akademischer Artikel, ein Social-Media-Beitrag oder ist die Quelle die Aussage eines Bekannten?

2. Wer steht hinter der Quelle?
Bei der mündlichen Übermittlung von Informationen ist es wichtig den Sprecher und bei schriftlichen Übermittlungen den Autor in Erfahrung zu bringen. Ist die Person, welche die Informationen von sich gibt, ein Universitätsprofessor oder ein Social-Media-Freund?

3. Ist die Informationsquelle primär oder sekundär?
Personen, die das Ereignis erlebt oder miterlebt haben, sind Primärquellen. Sekundärquellen sind Personen, welche die Informationen übertragen, die von einer Person erhalten wurde, die das Ereignis gesehen oder erlebt hat. Primärquellen sind immer zuverlässiger als Sekundärquellen, da es bei Primärquellen unwahrscheinlicher ist, dass sie falsche oder unvollständige Informationen beinhalten.

4. Aus welchem Grund werden Informationen geteilt?
Welche Absicht hat der Übermittler der Informationen? Möchte man Menschen möglichst objektiv über Ereignisse informieren oder falsche Nachrichten und Propaganda verbreiten? Die Absicht des Informationsübermittlers zu eruieren ist ein wichtiger Teil des diesbezüglichen kritischen Denkens.

5. Ist der Informationsübermittler von Vorurteilen beeinflusst?
Die Antwort auf diese Frage ist essentiell. Vorurteile und Gedanken sind schwer zu verbergen. Je objektiver sich der Übermittler der Information äußert, desto zuverlässiger ist diese. Sind Informationen stark subjektiv gefärbt, sind sie nicht zuverlässig.

6. Wann wurden die Informationen öffentlich?
Informationen, die zu einem eigentlichen Vorfall übermittelt werden, bevor der eigentliche Vorfall geschehen ist, sind höchstwahrscheinlich falsch. Dasselbe Urteil gilt auch für Informationen, die lange nach dem Ereignis übertragen werden. Achten Sie daher bei der Bewertung der Richtigkeit von Informationen auf das Datum der Veröffentlichung.

7. An wen richten sich die Informationen?
Durch diese Frage können potenziell verfälschte Informationen detektiert werden. Das Zielpublikum zu ermitteln hilft herauszufinden, aus welchem Grund Informationen geteilt wurden. Oft sind Sprache und Rhetorik auf das Zielpublikum abgestimmt. Das zu ermitteln ist wichtig um einen Hinweis auf die Zielgruppe und den Zweck der Informationen zu erhalten.

Die objektive Beantwortung all dieser Fragen ermöglicht eine kritische Beurteilung von erhaltenen Informationen. Diese Methodik zu praktizieren gehört zu den grundlegendsten Fähigkeiten einer Person, die im digitalen Zeitalter lebt.

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