Einkorn

Einkorn ist ein relativ unbekannter Vorläufer des Weizens, obwohl er bereits seit über 12 Tausend Jahre kultiviert wird. Während die genetische Struktur des modernen Weizens durch Züchtung stark verändert wurde und dabei die Chromosomenzahl gestiegen ist, ist die ursprüngliche  Chromosomenzahl von Einkorn erhalten geblieben. Einkorn behielt zudem auch seine ursprüngliche Form bei und aufgrund seiner harten Hülse ist es äußeren Einflüssen gegenüber sehr resistent. Seine strukturellen Merkmale schützen es vor Kälte, Trockenheit, Insekten und sogar vor radioaktiver Strahlung.

Aber warum kennen und konsumieren wir dann nicht Einkorn?

Dies liegt unter anderem an der komplexen Verarbeitung. Einkorn wird zunächst gekocht, getrocknet und in einem Mühlstein gemahlen, sodass daraus beispielsweise Bulgur entsteht.

Einkorn hat mehrere Eigenschaften, die ihn als besonders förderlich für unsere Gesundheit klassifizieren. Zum einen ist er reich an Ballaststoffen und verbleibt dadurch relativ im Verdauungsapparat (das ist für die meisten Lebensmittel ein gutes Merkmal). Durch seinen niedrigen glykämischen Index bleiben wir länger satt, denn es entsteht ein Völlegefühl. Aufgrund der hohen Glutenmengen (85%), die im modernen Weizen enthalten sind, nimmt die Anzahl der Menschen, die an Zöliakie und Glutenunverträglichkeit leiden, immer mehr zu. Einkorn hingegen beinhaltet nur eine sehr geringe Menge an Gluten. Obwohl es einen höheren Fettanteil als Weizen besitzt, handelt es sich bei diesen um herzfreundliche und ungesättigte Fette. Zusätzlich ist Einkorn reich an Mineralien und an Vitamin E, B und K. Zudem enthält er Folsäure, welche für die Produktion von Blutzellen erforderlich ist und insbesondere während der Kindheit und Schwangerschaft benötigt wird. Der Luteingehalt, der vor allem für die Gesundheit unserer Augen benötigt wird, und der Zinkgehalt, der unser Verdauungssystem stärkt, sind besonders hoch. Außerdem enthält er doppelt so viel Vitamin A und mehr Eisen als herkömmliches Weizen.

Einkorn wird zu Nudeln, Pasta und Brot verarbeitet. Schaffen wir es, ein bisschen Platz in unserer Küche für Einkorn zu schaffen? Schaffen wir es, unserer Gesundheit damit einen Schritt entgegen zu kommen? Vielleicht können wir sogar  bei der Einkornproduktion mitwirken?

Elif Cermen Erdogmus


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