Gesundheitsrisiken von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln

Für den Verzehr gesunder Lebensmittel gibt es eine Faustregel: Je länger die Zutatenliste ist, desto skeptischer sollte man dem Verzehr der Lebensmittel gegenüber sein.
Normalerweise ist das Essen natürlicher, wenn die Zutatenliste kürzer ist. Obst oder Gemüse, zum Beispiel, brauchen keine Zutatenliste. Im Gegensatz dazu haben stark verarbeitete Lebensmittel eine längere Zutatenliste. Diese Lebensmittel enthalten in der Regel hohe Mengen an Fett, Salz, Zucker, Farbstoffen, Konservierungsmitteln und Geschmackszusätzen.

Es werden drei Studien vorgestellt, die die Auswirkungen des Verzehrs von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln auf unsere Gesundheit untersucht haben:

Die erste Studie kam zu dem Schluss, dass die regelmäßige Einnahme von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln zu einer beschleunigten Alterung führt. Die Autoren der Studie maßen die Länge der Telomere von Menschen im Verhältnis zur Häufigkeit des Verzehrs von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln (Telomere sind Kappen an den Enden von Chromosomen, das sind Makromoleküle, die Hunderte von Genen beherbergen. Während des Alterungsprozesses gehen ständig Teile der Telomerkappen verloren). Die Studie zeigte, dass Menschen die Telomerkappen schneller verlieren, wenn sie regelmäßig ultra-verarbeitete Nahrungsmittel zu sich nehmen, was sie schneller altern lässt.

Eine andere Studie zeigte, dass Menschen, die regelmäßig ultra-verarbeitete Lebensmittel konsumieren, an Gewicht zunehmen. In der Studie nahmen zwei Gruppen, täglich dreimal Mahlzeiten zu sich. Sie durften so viel essen, wie sie wollten. Die Zutaten der beiden Mahlzeiten waren jedoch sehr unterschiedlich. Eine enthielt ultra-verarbeitete Lebensmittel, die andere war natürlich und hatte unverarbeitete Zutaten. Nach zwei Wochen nahm die Gruppe, die die Mahlzeiten mit ultra-verarbeiteten Lebensmitteln verzehrte, etwa 1 Kilogramm an Gewicht zu. Dies war höchstwahrscheinlich auf ihre höhere Kalorienaufnahme zurückzuführen (etwa 500 Kalorien mehr pro Tag als die andere Gruppe). Nach weiteren zwei Wochen tauschten die Gruppen die Mahlzeiten. Die Gruppe, die die ultra-verarbeiteten Lebensmittel verzehrte, nahm nun die Mahlzeiten mit den unverarbeiteten Zutaten zu sich. Das überraschende Ergebnis: Die Gruppe verlor das Gewicht, das sie in den zwei Wochen zuvor zugenommen hatte (1 Kilogramm). Auf der anderen Seite nahm die Gruppe, die anfänglich das unverarbeitete Lebensmittel hatte, nach zwei Wochen des Verzehrs der ultra-verarbeiteten Nahrung etwa 1 Kilogramm an Gewicht zu.

Eine andere Studie warnt vor einem möglichen Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Verzehr von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln und der Entwicklung von Krebs. Für diese Untersuchung wurde die Ernährung einer großen Anzahl von Menschen zwei Tage lang dokumentiert. Es wurde ein mutmaßlicher Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Krebsentstehung und der Häufigkeit des Verzehrs von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln gefunden: Je öfter Menschen ultra-verarbeitete Lebensmittel verzehrten, desto wahrscheinlicher schien es, dass sie an Krebs erkrankten. Die Autoren konnten jedoch nicht eindeutig beweisen, dass der gefundene Zusammenhang nicht auf den allgemeinen Lebensstil der untersuchten Personen zurückzuführen war. Menschen, die sich ungesund ernähren, konsumieren in der Regel auch mehr Nikotin und Alkohol und sind weniger aktiv.

Welche Botschaft konnte man aus diesen 3 Studien ableiten? Auch hier zeigt die oben erwähnte Faustregel ihre Relevanz: Lebensmittel mit einer kürzeren Zutatenliste sollten, gegenüber Lebensmitteln mit einer langen Zutatenliste bevorzugt werden.

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